Wie kommt Kalk ins Wasser?

Was ist Kalk im Wasser?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die im Wasser befindliche Karbonathärte auch Kalk genannt und bezeichnet den Anteil der Kalzium- und Magnesiumverbindungen mit Kohlensäure. Kalzium ist eines der häufigsten Elemente auf der Erde, kommt in fast jedem Boden oder Gestein vor und ist lebenswichtig für Organismen. Beim Kalkstein ist es sogar der namensgebende Bestandteil. Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften löst sich Kalzium unter bestimmten Umständen sehr leicht aus bestehenden Verbindungen heraus. Ebenso schnell geht es aber auch wieder neue Beziehungen ein. Das Medium für diesen ständigen Wandel ist Wasser, das eine bestimmte Menge an ungebundenem Kalzium aufnehmen kann.

Wie kommt das Kalzium ins Wasser?

Niederschlagswasser nimmt ständig CO2 aus der Atmosphäre auf, wodurch es sich in Form von Kohlensäure (gelöstes Kohlendioxid) im Bodenwasser, im Süß- oder Ozeanwasser wieder findet. Genau diese Kohlensäure im Regen greift den, im Gestein oder im Boden meist als Kalziumkarbonat (CaCO3) gebundenen Kalk an und löst das Kalzium heraus. Über mehrere tausend Jahre hinweg kann sich Wasser so metertief in Kalkstein hineinfressen, ganze Höhlensysteme heraus spülen und so Kalzium aufnehmen. Wasser nimmt nur so lange Kalk auf, bis es zu einem Gleichgewicht mit der Kohlensäure kommt.

Wie löst sich der Kalk wieder aus dem Wasser?

Wird Wasser, in dem ein Gleichgewicht zwischen Kalk und Kohlensäure herrscht, erhitzt oder gerät es unter geringeren Druck, entweicht gasförmiges Kohlendioxid. Plötzlich ist zu viel Kalk im Wasser, die Lösung ist mit einem Mal übersättigt. Durch den Verlust an Kohlendioxid, fällt ein Teil des Kalziums erneut in Form von Kalziumkarbonat aus – damit das Gleichgewicht im Wasser wieder hergestellt wird.

Wo fällt der Kalk besonders aus dem Wasser?

Beispielsweise sind Heizstäbe an Waschmaschinen wahre Kalkfänger. Durch die hohe Temperatur des Wassers direkt an der Waschmaschinen-Heizung verflüchtigt sich CO2, so dass sich genau hier der Kalk absetzt. Genauso verhält es sich auch beim Wasserkocher und der Kaffeemaschine. 

Härtebereiche

Man unterscheidet drei Härtebereiche:

 

Härtebereich I bis 8,4°dH (weiches Wasser)
Härtebereich II 8,4 bis 14°dH (mittelhartes Wasser)
Härtebereich III mehr als 14°dH (hartes Wasser)

 

Wie verändert ein herkömmlicher Tischwasserfilter die Gesamthärte des Wassers?

Bei der Bestimmung der Gesamthärte wird immer die Summe von Calcium- und Magnesium-Ionen gemessen, beide zusammen bilden die Gesamthärte des Wassers. Bei herkömmlichen Tischwasserfiltern werden Calcium und Magnesium aus dem Wasser entnommen und gegen H+ und Kalium ausgetauscht, die Gesamthärte sinkt also. Man spricht dann von einem „weichen“ Wasser (nachweisbar z.B. mit einem Teststreifen). Der Nachteil: es wird dem Wasser nicht nur Kalk, sondern auch das physiologisch wertvolle Mineral Magnesium entzogen. Wie man das vermeidet erfahren Sie hier: > Härtegrad im Trinkwasser

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